Zum „LOS-Konzept“ an der Isarnwohld-Schule

Bereits seit der Zusammenführung und der Entwicklung der beiden Schulen zur Isarnwohld-Schule gab es den Wunsch einen Raum einzurichten, in dem einerseits störende Schüler/innen aufgefangen werden, andererseits mit ihnen pädagogisch sinnvoll gearbeitet wird. Verschiedene Anstrengungen scheiterten an mangelnden finanziellen und personellen Möglichkeiten. In einer Schulkonferenz 2011 wurde dann entschieden, das Projekt mit den gewonnenen Geldern eines Sponsorenlaufs zu starten. Das Konzept wurde konkretisiert und an die räumlichen und organisatorischen Gegebenheiten angepasst. Mit geeignetem Raum und einer externen Fachkraft, die ehrenamtlich gegen eine Aufwandsentschädigung die Leitung übernahm, konnten wir mit Beginn des Schuljahres 2011/12 starten. Unsere finanziellen Möglichkeiten erlaubten es uns zunächst, den Raum an drei Tagen für jeweils 3 Stunden zu besetzen.

Inhalte des Konzepts

Ausgehend von unseren pädagogischen Grundregeln sollen Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihr eigenes Tun und Handeln übernehmen und die Rechte anderer respektieren. So gelten die folgenden zentralen drei Regeln:

1. Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.
2. Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.
3. Jede Schülerin und jeder Schüler muss stets die Rechte der anderen beachten.

Die Leitidee des LOS-Konzepts besteht darin, dass Schüler/innen, die den Unterricht stören, unter Anleitung einer pädagogischen Fachkraft verstärkt verantwortliches Denken und Handeln entwickeln können. Zum anderen können so ungestörtes Lernen und Unterrichten leichter umgesetzt werden.

Um dieses Konzept erfolgreich und gewinnbringend für alle Beteiligten – Lehrer/in, Betreuerin, Schüler/in und Klasse – umsetzen zu können, bedarf es einer großen Transparenz und klarer Regeln für alle Beteiligten.

Erfahrungen und Weiterentwicklung

Die Umsetzung des LOS-Konzepts bedeutet sowohl für die Lehrkräfte als auch für viele Schülerinnen und Schüler eine konkrete Entlastung in kritischen Situationen. Im Schonraum kann der Schüler oder die Schülerin Dampf ablassen, von Belastungen berichten und eigenes Verhalten reflektieren. Im Klassenraum können die Lehrkräfte sich auf den Unterricht konzentrieren und die sich oft anschließenden Gespräche verlaufen meist entspannter und zielführender. Zudem führt die Arbeit mit dem Konzept zu einem transparenten, offenen und kooperativen Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen und problematischen Verhaltensweisen.

Diese Erfahrungen führten schnell zu dem Wunsch, den LOS-Raum möglichst täglich in den späteren Stunden am Vormittag besetzen zu können, was uns seit Beginn dieses Schuljahres - wiederum dank eines weiteren Sponsorenlaufes und einer großzügigen Spende des Lions-Clubs - gelungen ist. Frau Dr. Tumbraegel betreute das Konzept und den LOS- Raum fast drei Jahre lang und wurde im August dieses Jahres von Frau Sommer-Sievers abgelöst. Der kontinuierlichen Arbeit und dem Einsatz der Mitarbeiterinnen ist es zu verdanken, dass der LOS-Raum von den Lehrkräften und von den Schülerinnen und Schülern als Bereicherung unseres Schullebens gesehen wird. Es sind insgesamt nicht besonders viele Schülerinnen und Schüler, die in den Raum geschickt werden. Doch diese nutzen in besonderer Wiese die Möglichkeit, sich durch Gespräche zu entlasten und sich neu zu motivieren, wieder in Ruhe arbeiten zu können.

Dietrich Meyer-Jessen