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Elternanschreiben der Ministerin Prien

Schulstart nach den Osterferien in Schleswig-Holstein

Liebe Eltern und Sorgeberechtigte,

liebe Schülerinnen und Schüler,

seit über einem Jahr stellt die Coronapandemie unseren Alltag auf den Kopf. Auch wenn wir in Schleswig-Holstein bisher verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen sind, auch an unseren Schulen, ist nichts wie es war und wie wir es uns gemeinsam wünschen. Die bis dahin selbstverständliche Gewissheit, nach der alle Kinder und Jugendlichen zuverlässig täglich in die Schule gehen, greift seither nicht mehr.

Die Herausforderungen der Coronapandemie sind für Sie, ob Eltern oder ob Schülerinnen und Schüler, groß. Die Pandemie ist eine Zumutung und verlangt Ihnen sehr viel ab. Viele mir über verschiedene Kanäle vorgetragenen Sorgen und Bedenken kann ich nachvollziehen und verstehen. Mir ist bewusst, dass Sie sich im vergangenen Jahr oft in kürzester Zeit auf völlig neue und ungewohnte Situationen einstellen mussten. Sie wünschen sich verständlicherweise Vorhersehbarkeit und Planbarkeit. So sehr ich diese Wünsche nachvollziehen kann, so notwendig und unvermeidbar bleibt es auch weiterhin flexibel auf Veränderungen und neue Erkenntnisse zu reagieren. Denn das Coronavirus hält sich an keine Pläne und Fristen und fordert uns heraus.

Das Austarieren von guter Bildung und Gesundheitsschutz ist unser gemeinsames Anliegen in dieser Pandemie. Dieses Austarieren ist und bleibt für uns handlungsleitend. Letztlich wird dies aber nur dann gelingen, wenn wir weiter gemeinsam in Schule, in Freizeit und im privaten Umfeld die Hygieneregelungen und die Regelungen zur Kontaktreduzierung solange eingehalten werden, bis das Virus durch den Impffortschritt sukzessive an Bedeutung verliert.

Mit diesem Schreiben möchte ich Sie über den Schulstart nach den Osterferien informieren:

Einhaltung der Quarantäneregeln nach Reisen ins Ausland

Wenn Sie in den Osterferien die Gelegenheit hatten, gemeinsam eine Urlaubsreise anzutreten, werden Sie das in Ihren Familien hoffentlich sehr genossen haben. Leider haben wir in den vergangenen Monaten aber gelernt, dass die Zeit nach den Ferien immer mit einem erhöhten Infektionsaufkommen einherging. Um den Schulstart nach den Osterferien also möglichst sicher zu gestalten, ist eine Teilnahme der Schülerinnen und Schüler am Präsenzunterricht nur dann möglich, wenn die in Schleswig-Holstein geltenden Quarantäneregelungen eingehalten wurden. Ich bitte Sie daher eindringlich, sofern Sie sich in den Osterferien im Ausland aufgehalten haben, vor dem Schulstart am Montag noch einmal sicherzustellen, dass Sie sich in Ihrer Familie an die aktuell gültigen Quarantäneregeln gehalten haben bzw. die Quarantäne weiterhin einhalten. Die geltenden Regelungen sind zu Ihrer Information diesem Schreiben noch einmal beigefügt (Anlage 1).

Selbsttests nach den Osterferien

Auch wenn die aktuellen Infektionszahlen in Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich die niedrigsten sind, so ist auch in Schleswig-Holstein die Ausbreitung der Virusmutationen spürbar und die 7-Tage-Inzidenz in den vergangenen Wochen steigend. Das Pandemiegeschehen macht vor den Schultoren nicht halt, auch wenn nach wie vor die Schulen selten Infektionscluster darstellen. Der Unterrichtsbetrieb in Präsenz für die Schülerinnen und Schüler hat für die Landesregierung nach wie vor größte Bedeutung. Damit auch für die Zeit nach den Osterferien der Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler so sicher wie möglich gestaltet werden kann, haben wir bereits vor den Ferien ein zweimal wöchentliches Testangebot an unseren Schulen als weiteren Baustein eingeführt und setzen damit den Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 22. März 2021 um. Für die Zeit ab dem 19. April ist eine zweimal wöchentliche Selbsttestung für Schülerinnen und Schüler sowie für alle in Schulen Beschäftigten verpflichtend vorgesehen. Dies entspricht der von der Bundesregierung geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes.

Der regelmäßige und flächendeckende Einsatz von Selbsttests macht in Kombination mit den weiterhin geltenden Hygienemaßnahmen Präsenzunterricht auch nach den Osterferien möglich. Gemeinsam mit den auch weiterhin geltenden Infektionsschutzmaßnahmen (wie z. B. dem Tragen von Masken, dem Lüften, der Kohortenbildung, dem Wechselunterricht und dem Einhalten der Hygienemaßnahmen), spannt sich damit ein Sicherheitsnetz, das wir für Schulen in Zeiten der Corona-Pandemie benötigen.

Die Testpflicht für Schülerinnen und Schüler bedeutet, dass die Voraussetzung für das Betreten der Schule – das Vorhandensein einer negativen Testbescheinigung – auf drei verschiedenen Wegen erfüllt werden kann:

1. Durch die Durchführung des zweimal wöchentlich beaufsichtigten Selbsttests in der Schule

oder

2. durch die Vorlage der Bescheinigung eines negativen Testergebnisses über einen an anderer Stelle durchgeführten Test, z. B. im Bürgertestzentrum, in einer Arztpraxis oder in einer Apotheke. Der Test darf nicht länger als drei Tage zurückliegen und muss danach erneut erfolgen und bescheinigt werden

oder

3. durch die Vorlage einer qualifizierten Selbstauskunft über einen durchgeführten Selbsttest im häuslichen Umfeld. Dieser Test darf nicht länger als drei Tage zurückliegen und muss danach erneut durchgeführt und bescheinigt werden.

Für zwei Personengruppen gibt es Ausnahmen von der Testpflicht:

 Schülerinnen und Schüler, die sich derzeit in den Abschlussprüfungen befinden, sind weiterhin von der Testpflicht ausgenommen. Hier gilt weiterhin die Regelung, dass im Vorfeld jeder Prüfung ein Testangebot in Schule unterbreitet wird.

 Kinder und Jugendliche mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf, die auf Grund einer schwerwiegenden körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung nicht in der Lage sind, den Selbsttest eigenständig in Schule durchzuführen, sind von der Testpflicht solange befreit, bis Schulen Einzeltests zur Mitnahme nach Hause ausreichen können und der Test dann im häuslichen Umfeld durchgeführt und im Rahmen der qualifizierten Selbstauskunft bescheinigt werden kann. Dies wird nach aktuellem Stand frühestens in der 18. Kalenderwoche der Fall sein. Ungeachtet dessen sollen auch diese Schülerinnen und Schüler soweit möglich eine Testung im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten durchführen.

In den Fällen, in denen die Selbsttests im häuslichen Umfeld durchgeführt werden, müssen die Erziehungsberechtigten bzw. die Schülerinnen und Schüler durch eine qualifizierte Selbstauskunft bestätigen, dass der Test durchgeführt wurde und dass das Testergebnis negativ war. Eine Falschauskunft stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die entsprechend geahndet werden kann. Mit dieser Flexibilisierung in der Wahrnehmung von Testmöglichkeiten möchte ich den Sorgen von Eltern Rechnung tragen, die der Testpflicht offen gegenüberstehen, aber eine Testung in Schule für ihr Kind ablehnen.

Schülerinnen und Schüler, die der Testpflicht nicht nachkommen, dürfen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Sie erhalten stattdessen ein eingeschränktes Angebot im Distanzlernen, in etwa vergleichbar dem Angebot im Wechselunterricht. Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass auch weiterhin die Möglichkeit besteht, einen Antrag nach § 15 Schulgesetz auf Beurlaubung von der Teilnahme am Präsenzunterricht nach den bekannten Bedingungen zu stellen.

Bitte geben Sie Ihrem Kind am ersten Schultag nach den Ferien die für die Durchführung des Tests von einem Erziehungsberechtigten auszufüllende Einverständniserklärung mit in die Schule. Diese Erklärung und weitere Vordrucke sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Testpflicht können Sie auf der Homepage des Ministeriums unter www.schleswig-holstein.de//wirtesten jederzeit in der aktuellsten Version abrufen.

Präsenz- und Wechselunterricht sowie Distanzlernen nach den Osterferien

Grundlage für die Entscheidung, in welcher Form Unterricht in der nächsten Woche stattfindet, ist die jeweils gültige Schulencorona-Verordnung sowie der CoronaReaktionsplan der Landesregierung. Der Corona-Reaktionsplan als Stufenplan mit klaren Inzidenzwerten stellt dabei den Orientierungsrahmen für die weiteren Schritte dar. Danach sind die stufenweisen Schritte zur Rückkehr zum Präsenzunterricht an die Inzidenzwerte für das gesamte Land und die Dynamik des Infektionsgeschehens geknüpft. Die genauen Stufen können Sie auf der Homepage des Ministeriums unter schleswig-holstein.de - Coronavirus - Schulen&Hochschulen - Weiterentwickelter Corona-Reaktionsplan für Schulen (schleswig-holstein.de) abrufen.

Aktuell gilt grundsätzlich die Stufe III des Corona-Reaktionsplan mit folgenden Regelungen:

 Jahrgangsstufen 1 bis 6: Präsenzunterricht im Corona-Regelbetrieb

 Jahrgangsstufen 7 bis 13: Wechselunterricht und Notbetreuung (auch innerhalb des Ganztags- und Betreuungsangebots)

 Abschlussklassen: Präsenzangebote unter Hygienebedingungen

 Prüfungen in Präsenz unter Hygienebedingungen. Gleiches gilt in den Jahrgangsstufen 9 bis 13 für schriftliche Leistungsnachweise, soweit diese für die - 5 - Bildung von unmittelbar abschlussrelevanten Noten in Zeugnissen zum Ende des Schuljahres 2020/21 erforderlich sind (vgl. § 7 SchulencoronaVO).

 Präsenzmöglichkeiten (Lernräume) für einzelne Schülerinnen und Schüler werden eingerichtet, wenn es aus Sicht des Kindeswohls erforderlich ist. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und unter Beachtung der Stellungnahmen der örtlichen Gesundheits- und Schulämter treffen wir davon abweichende Entscheidungen über weitergehende notwendige Einschränkungen des Schulbetriebs aufgrund einer steigenden Inzidenzentwicklung in einzelnen Kreisen und kreisfreien Städten immer mittwochs und geben diese dann auch im Laufe des Tages bekannt. Schulen in Kreisen und kreisfreien Städten, in denen die Inzidenz drei Tage hintereinander über dem Wert von 100 liegt, müssen aufgrund des aktuell gültigen sogenannten 100-er Erlasses des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren auch mit einem kurzfristigen Wechsel in das Distanzlernen rechnen. Die Durchführung von Präsenzangeboten für die Abschlussklassen - ab kommender Woche zusätzlich auch für den Jahrgang Q1 - ist auf jeden Fall gewährleistet und auch alle Prüfungen werden selbstverständlich unter Hygiene- und Abstandsbedingungen ab kommender Woche fortgesetzt.

Liebe Eltern,

liebe Schülerinnen und Schüler,

die Coronapandemie fordert uns alle gleichermaßen auf eine nie dagewesene Art und Weise. Um unsere Schulen sicher und offen zu halten, müssen wir alle weiterhin zusammenarbeiten und zusammenstehen. Die starke Schulgemeinschaft hilft vor allem den Schülerinnen und Schülern, diese Krise auch weiterhin gut zu meistern. Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie die erforderlichen Maßnahmen mittragen und unterstützen, damit unsere Schülerinnen und Schüler weiterhin in die Schule gehen und auch in dieser Situatuation ein möglichst gutes Bildungsangebot erhalten können.

Den Schülerinnen und Schülern, die in diesen Wochen ihre Abschlussprüfungen ablegen, drücke ich fest die Daumen und wünsche ich den besten Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Karin Prien

Anlagen

1. Merkblatt für Schülerinnen und Schüler, die von Auslandsreisen zurückkehren

2. Einverständniserklärung zur Selbsttestung in Schule mittels PoC-Antigen-Test

Medien-Information

Bildungsministerin Karin Prien im Landtag zum Gesetzesentwurf zur Änderung des Schulgesetzes aufgrund der Coronavirus-Pandemie

KIEL. Im Folgenden der Redetext von Ministerin Karin Prien heute (27. Januar) im Landtag. Es gilt das gesprochene Wort.

„Genau heute vor einem Jahr, am 27.01.2020 wurde in Bayern der erste deutsche Corona-Fall bekannt. Seitdem haben wir stetig gelernt. Was bedeutet das eigentlich, „Lernen in der Krise“? Es bedeutet flexibel zu sein und mit Ungewissheit umzugehen. Es bedeutet zwingend: Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das gilt für Schülerinnen und Schüler, die seit fast einem Jahr unter völlig neuen, erschwerten Umständen lernen müssen.

Das gilt für deren Eltern, die neben ihrer Erwerbstätigkeit auch ihre Kinder betreuen und das gilt für Lehrkräfte, Schulleitungen und alle anderen an Schule Tätigen, die digitalen Unterricht umsetzen und gleichzeitig Präsenzangebote schaffen, da wo es nötig ist. Auf das Wesentliche konzentrieren, das gilt auch für die Politik. Sie muss Prioritäten setzen – und dabei immer flexibel sein.

Lassen Sie mich das an vier Handlungsfeldern erläutern:

1. Schulöffnung Schleswig-Holstein hat gestern als erstes Bundesland einen Perspektivplan für alle Lebensbereiche vorgestellt. Er bietet auch die dringend notwendige Perspektive für Schulen, Schülerinnen, Schüler und Eltern.

Unser inzidenzgestützter Stufenplan, als Weiterentwicklung des CoronaReaktionsplanes, beschreibt den Weg zurück zum Präsenzunterricht für so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich, so verantwortungsvoll wie möglich. Wichtig ist dies vor allem für die Kinder an den Grundschulen – sie leiden besonders unter der jetzigen Situation und brauchen ihre Lehrkräfte, die sie in der Schule unterstützen und fördern. Bei möglichen Öffnungsschritten berücksichtigen wir sowohl die Inzidenz als auch die Dynamik des Infektionsgeschehens. Wenn wir bis zum Stichtag am 8. Februar 7 Tage eine landesweite Inzidenz von unter 100 hatten, die zudem einen klaren Trend nach unten zeigt, dann gehen die Jahrgänge 1-6 ab dem 15. Februar in den Wechselunterricht.

Sollte die Inzidenz vor dem 8. Februar bereits 21 Tage deutlich unter 100 mit einem klaren Trend nach unten weisen, dann gibt es ab dem 15.02. Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler von Klassenstufe 1 bis Klassenstufe 6.

Zur Ehrlichkeit, die wir schuldig sind, gehört aber auch zu sagen: Sollte sich das Pandemiegeschehen hingegen deutlich verschärfen und damit die Inzidenz über 100 liegen, würde das die Öffnung der Grundschulen für den Wechsel- oder Präsenzunterricht verzögern.

Aber auch für die Klassenstufen 7 bis 13 und für die berufsbildenden Schulen gibt der Perspektivplan klare Rückkehrmöglichkeiten in den Präsenzunterricht vor. Für die Abschlussklassen und die Prüfungen gilt weiterhin, dass es auf jeden Fall Präsenzangebote geben wird, ab Stufe 2 dann auch Präsenzunterricht für alle Abschlussklassen. Auch die Prüfungen können in Präsenz stattfinden.

Unsere Zusage gilt: Wir geben unseren Schulen und den Familien frühzeitig ein hohes Maß an Klarheit – damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.

2. Ein wichtiges Thema sind die Abschlussprüfungen, die ich als zweites Handlungsfeld erläutern möchte.

Wir haben vergangene Woche in der KMK noch einmal bekräftigt, dass die Abiturprüfungen 2021 stattfinden werden und alle anderen Abschlüsse unter Wahrung der regulären Standards erlangt werden können. Dabei ist das wichtigste Ziel: Die in diesem Jahr erworbenen Abschlüsse werden denen früherer und späterer Jahrgänge gleichwertig sein und von den Ländern gegenseitig anerkannt. Egal, welchen Schulabschluss ein junger Mensch anstrebt – er verdient die Wertschätzung und Anerkennung, den Prüfungserfolg durch eine eigene Leistung zu erbringen!

Die Schülerinnen und Schüler sind durch die bisherige Schulzeit gut auf den Schulabschluss vorbereitet und können zuversichtlich in die Prüfungen gehen. Herausfordernd ist der fehlende reguläre Präsenzunterricht in Lockdown-Zeiten und die Tatsache, dass die Pandemie bei einigen Schülerinnen und Schülern zu hohen psychischen Belastungen führt. Das ist eine emotionale Ausnahmesituation, die eine sorgfältige pädagogische Begleitung durch die Lehrkräfte erfordert, mehr noch als in gewöhnlichen Prüfungszeiten.

Deshalb müssen wir beides tun: die Abschlussprüfungen für alle sicher ermöglichen und zugleich Erleichterungen unter Wahrung der geltenden Standards und Anpassungen an die derzeitige Situation vornehmen.

Für den ESA und den MSA werden die Schülerinnen und Schüler ab dem 1. März eine intensive und gezielte Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungsfächer bekommen. Das können wir und das hat auch im letzten Jahr sehr gut funktioniert.

Wir reduzieren die Anzahl der schriftlichen Prüfungen, verlängern die Bearbeitungszeit und ermöglichen auf Wunsch eine weitere mündliche Prüfung, durch die ausschließlich eine Verbesserung erreicht werden kann. Sollten die Prüfungsergebnisse aller Schülerinnen und Schüler in einem Prüfungsfach deutlich nach unten vom Durchschnitt der letzten drei Vor-Pandemie-Jahre abweichen, kann die Schulaufsicht eine Anpassung der Noten vornehmen.

Auch für die Abiturientinnen und Abiturienten ermöglichen wir eine gezielte Vorbereitungszeit auf die Prüfungen. Außerdem sehen wir eine größere Auswahlmöglichkeit der Aufgaben und eine Zeitverlängerung während der Prüfungen vor. Zusätzlich stimmen wir in der KMK ab, ob wir im Abitur bei deutlich nach unten abweichenden Durchschnittsergebnissen eine Anpassung der Noten vornehmen.

Die besonderen Herausforderungen der Schülerinnen und Schüler haben wir auch bei der Frage der freiwilligen Wiederholung im Blick. Ja, es ist unser großes Ziel – und auch unsere Verantwortung – jedem jungen Menschen Mut zu machen, ihm Zuversicht zu schenken, dass er aus dieser Krise gestärkt hervorgeht und die kommenden Herausforderungen meistert. Ich bin sicher, die meisten Schülerinnen und Schüler werden ihre schulische Laufbahn dank des großen Engagements ihrer Lehrkräfte wie geplant fortsetzen.

Aber wir dürfen auch jene nicht aus dem Blick verlieren, die durch die Pandemie unter hohen psychischen Belastungen leiden. Für diese Schülerinnen und Schüler werden wir ein freiwilliges Wiederholen im Einzelfall und nach Beratung für alle Jahrgänge ermöglichen. Das Corona-Wiederholungsjahr wird nicht mitgezählt, es hat also keine Auswirkungen auf die Höchst-Verweildauer insbesondere in der Oberstufe.

3. Lernen auf Distanz

Das wesentliche Ziel im Lernen auf Distanz ist, dass wir die Auswirkungen der Pandemie auf den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler so gering wie möglich halten, Lernen auf Distanz kann deshalb auch keine gleichwertige Alternative zum Präsenzunterricht sein. Aber es ist eine Möglichkeit, die Auswirkungen der Krise auf Kinder und Jugendliche so gut es geht abzufedern. Und das klappt insgesamt gut – wie eine Kurzumfrage des IQSH unter Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern zu den Distanzlernübungstagen gezeigt hat.

Guter Unterricht, das hat die Umfrage gezeigt, ist weniger abhängig davon oder daran zu messen, wie oft eine Videokonferenz stattgefunden hat, sondern mehr davon, ob Ziele geklärt wurden und Lernfortschritte angeleitet wurden, ob das Lernen strukturiert wurde und wie Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt wurden. Wichtig ist auch die Qualität des Feedbacks der Lehrkraft. Guter Unterricht ist – gerade in dieser Ausnahmesituation – kein Unterricht von der Stange, sondern ein individuelles Eingehen auf jede Schülerin und jeden Schüler.

Damit komme ich zum vierten Handlungsfeld:

4. Digitalisierung

Der Digitalpakt war und ist kein Kriseninstrument. Der Digitalpakt hat zum Ziel, die Technik innerhalb der Schulgebäude, also Leitungen, WLAN und Präsentationstechnik zu verbessern. Das hilft, wenn Schülerinnen und Schüler tatsächlich im Klassenraum und nicht im Kinderzimmer sitzen.

Investitionen in die digitale Infrastruktur erfordern einen durchdachten Medienentwicklungsplan und ein medienpädagogisches Konzept an den Schulen, sowie eine gezielte Fortbildungsplanung für das Kollegium. Diese langfristige Entwicklung in Schule ist definitiv nicht Bestandteil einer akuten Krisenbewältigung.

In unserer derzeitigen Situation ist der Digitalpakt also nur begrenzt relevant. Dennoch arbeiten wir mit hoher personeller und finanzieller Unterstützung daran, die Antragsquote der Schulträger weiter zu erhöhen und verschlanken das Antragsverfahren. Mitten in der Pandemie ging und geht es aber vor allem darum, möglichst schnell ein Lernen auf Distanz, also außerhalb der Schulen, zu ermöglichen. Dafür braucht es insbesondere mobile Endgeräte für unversorgte Schülerinnen und Schüler und für Lehrkräfte. Bis dato wurden mithilfe des Sofortausstattungsprogramms 28.400 Endgeräte für Schülerinnen und Schüler an die Schulträger ausgeliefert. Das ist und bleibt ein großer Erfolg.

Um die Kommunen finanziell zu entlasten, hat das Land den Eigenanteil beim Sofortausstattungsprogramm übernommen. Wir bringen darüber hinaus aktuell weitere 14 Mio. € Landesmittel für zusätzliche Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler auf den Weg. Bei den Endgeräten für Lehrkräfte hat Schleswig-Holstein die Vereinbarung bereits unterzeichnet, es fehlen aber noch die Unterschriften weitere Länder.

Meine Damen und Herren, was ist in der aktuellen Situation – aber auch langfristig – noch wesentlich für unsere Schulen?

Ein gutes Lernmanagementsystem! Ein solches haben wir den Schulen in Rekordzeit zur Verfügung gestellt. Mit Stand vom 21.1.2021 wird das System an 342 Schulen bereitgestellt und hat während der letzten Wochen bereits vielerorts gut funktioniert und verzeichnet hohe Nutzerzahlen. Dabei machen wir den Schulen ein Angebot. Wir lassen in der Krise die Entscheidung bei den Schulen, mit welchen Systemen sie arbeiten wollen. Es geht jetzt um die richtige Lösung an jeder einzelnen Schule und es geht darum, nicht während einer Krisensituation noch ein zusätzliches Umsteuern zu verlangen.

Aber meine Damen und Herren, die besten technischen Voraussetzungen helfen uns ohne die entsprechende fachliche Umsetzung nicht weiter. Bei einem Landesfachtag am 6. Februar werden wir mit Experten und verschiedenen Akteure aus Schule diskutieren, welche Schlussfolgerungen wir aus der Evaluation der Distanzlerntage ziehen und wie wir es erreichen, dass die Qualitätsstandards für das Lernen mit digitalen Medien an den Schulen noch besser umgesetzt werden können. Seit dem ersten Lockdown haben rund 7.500 Lehrkräfte aus Schulen aller Schularten an Fortbildungen des IQSH teilgenommen. Fast das gesamte Programm wurden online durchgeführt. Um die Schulen beim digitalen Lernen fachlich nachhaltig zu unterstützen, werden wir außerdem 250 Stellen zusätzlich bereitstellen. Wir wollen Entwicklungsperspektiven für die schulische Bildung im digitalen Zeitalter entwickeln und umzusetzen, und zwar an den Schulen selbst, aber auch in allen drei Phasen der Lehrkräftebildung. Deshalb werden wir für dieses Vorhaben eng mit den Hochschulen und dem IQSH zusammenarbeiten.

Meine Damen und Herren, selbst bei deutlicher Überschreitung meiner Redezeit wird es mir nicht gelingen, auf all die Maßnahmen hinzuweisen, die wir im Bereich der Digitalisierung auf den Weg gebracht haben. Deshalb freue ich mich, Ihnen noch in diesem Quartal, und ab dann jährlich, den Digitalisierungsbericht der Landesregierung vorzustellen.

Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass wir jetzt in der Krise nicht jahrzehntelange Versäumnisse nachholen können. Und die Betonung liegt ausdrücklich nicht auf den Versäumnissen einer Vorgängerregierung, sondern tatsächlich auf Jahrzehnten, in denen wir als Gesellschaft die Digitalisierung der Bildung nicht ernst genug genommen haben.

Auch jetzt läuft bei der Digitalisierung noch nicht alles perfekt. Aber das Wesentliche für den Moment haben wir erfolgreich umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Und das ist das, was zählt in dieser Krise! Ich möchte noch die Möglichkeit nutzen, über Fehlerkultur als ein weiteres wesentliches Element der Krisenbewältigung zu sprechen. Seien Sie gewiss, wir tun alles dafür, um Missverständnisse zu verhindern oder bei Bedarf schnell aufzuklären. Aber ja – wir sind nicht frei von Fehlern. Das Pensum, das meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerade bewältigen müssen, ist enorm. Es wird ihren Leistungen nicht gerecht, wenn wir jetzt nur das Haar in der Suppe suchen.

Ich möchte an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meines Ministeriums, den Schulleitungen, Lehrkräften und Schulämtern für ihren unermüdlichen Einsatz danken. Meine Damen und Herren, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, das heißt auch: Entscheidungen zu treffen. Das ist nicht immer einfach und das geschieht nirgendwo fehlerfrei. Alle, die politische Verantwortung tragen, bekommen das gerade zu spüren. Wer keine Verantwortung trägt, tut sich leichter damit, dieses oder jenes zu fordern und im Nachhinein alles besser zu wissen. Diese Krise ist eine tägliche Herausforderung. Für Schülerinnen und Schüler, für Eltern, für Lehrkräfte und Schulleitungen, für Verwaltung, für Ministerinnen und Minister aber auch für Oppositionspolitiker.

In diesem Sinne danke ich allen, die sich mit sachlichen Hinweisen im parlamentarischen Verfahren an der Bewältigung dieser Krise beteiligen. Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche! 

Mittwoch, 27. Januar 2021

Bio Wettbewerb 2020

Die AG ,Experimentieren und Forschen’ freut sich über Auszeichnung im Bundeswettbewerb ,Globale Entwicklung’

Die AG ,,Experimentieren und Forschen’’ (J5-7) von Frau Wriedt hat beim Schulwettbewerb des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen 4. Platz auf Bundesebene belegt und wird damit für vorbildliche Aktivitäten im Lernbereich globale Entwicklung ausgezeichnet. Die Schulleiterin Frau Ehrich freute sich mit den erfolgreichen SchülerInnen Janne Wittkugel, Jakob Foedtke, Johanna Moritz, Amelie Treu und Nele Jensen über die überreichten  Urkunden und Preise.

Im Laufe eines Halbjahres entwickelten die AG-Mitglieder ein Projekt, wie man ganz konkret etwas für mehr Nachhaltigkeit vor der eigenen Haustür tun kann.Viele Ideen entstanden, wurden engagiert diskutiert, verworfen oder für gut befunden. Zum Schluss stand fest: Wir planen einen Schulgarten mit Gemüseanbau. So wurde eifrig zu geeigneten Gemüsesorten recherchiert, ein Informationsflyer verfasst und die Gartenanlage in einem Modell plastisch dargestellt. Während der Arbeit hörte man Sätze wie: ,, Wie knetet man bloss eine Zucchini???’’; ,, Oh nein, das grüne Fimo ist alle’’;  ,,Werden das Tomaten?  - Nein, Blumen! :)’’; ,, Ein Insektenhotel muss dabei sein!’’,; ,,Kann ich dir helfen?’’; ..Juchu, da ist meine abgespeicherte Datei ja doch noch!’’

Nachdem schließlich alles fertig war, konnten wir aufgrund des Lockdowns leider nicht wie geplant den Schulgarten anlegen. Dennoch wird die Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes Früchte tragen, denn von dem Preisgeld bekommt jeder biologisches Saatgut für nachbaufähiges Gemüse, Blumen und Kräuter.

Antrag auf Leihgerät: Tablet

Seit Beginn des Jahres ist es für Schülerinnen und Schüler der Isarnwohld-Schule möglich, ein Tablet auszuleihen, sofern kein eigenes Endgerät im Haushalt zur Verfügung steht. Bitte benutzen Sie das Antragsformular.

Die nächsten Termine

  • 10.05. Abitur: Nachschreibtermin Kernfach Deutsch
  • 12.05. Abitur: Nachschreibtermin Kernfach Mathematik
  • 18.05. Schulkonferenz ab 18.00 Uhr, Cafeteria H-Gebäude
  • 21.05. Ausgabe der schriftlichen Abiturergebnisse (09:00–13:00)
  • 31.05. Mündliche Prüfungen ESA, MSA, Abitur, unterrichtsfrei für alle

Herzlich willkommen!

Im Namen der Schulgemeinschaft heiße ich Sie herzlich willkommen auf der Website der Isarnwohld-Schule.

Als Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern zwei attraktive unterschiedliche Bildungsgänge und alle Abschlussmöglichkeiten unter einem Dach:

  • Förderschulabschluss
  • Erster allgemeinbildender Schulabschluss
  • Mittlerer Schulabschluss
  • Fachhochschulreife
  • Allgemeine Hochschulreife (nach 8 und nach 9 Jahren)

Auf unseren Internetseiten informieren wir Sie über beide Schulformen sowie die pädagogischen Schwerpunkte unserer Arbeit. Ferner erhalten Sie einen Überblick über unsere verschiedenen Angebote, aktuelle Veranstaltungen und Termine.

Sollten Sie dazu Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unser Sekretariat.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Marion Ehrich
(Schulleiterin)